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Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)

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Das Julius Kühn-Institut (JKI) ist das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen und eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Das JKI bündelt wissenschaftliche Kompetenzen zu Kulturpflanzen und bearbeitet Fragestellungen entlang der gesamten pflanzenbaulichen Wertschöpfungskette – von Pflanzengenetik und Züchtungsforschung über Pflanzenbau, Pflanzenernährung und Bodenkunde bis hin zu Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit.

Mit 18 Fachinstituten und rund 1.300 Beschäftigten, darunter etwa 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, verfügt das JKI über eine breite interdisziplinäre Forschungsbasis. Die Institute sind den Bereichen pflanzengenetische Vielfalt und Züchtungsforschung, Schutz der Kulturpflanzen sowie Agrarökosysteme zugeordnet. Zu den zentralen Forschungsthemen gehören genetische Ressourcen und Biodiversität, pflanzliche Rohstoffe, gesunde und widerstandsfähige Kulturpflanzen, Klimaanpassung sowie ressourcenschonende Anbausysteme.

Eine besondere Bedeutung hat die Verbindung von Forschung, Politikberatung und gesetzlichen Aufgaben. Das JKI bewertet unter anderem Pflanzenschutzmittel und Wirkstoffe, untersucht Pflanzengesundheit und Schadorganismen, führt Prüfungen zur Pflanzenschutztechnik durch und übernimmt Aufgaben als nationales Referenzlabor. Die wissenschaftlichen Ergebnisse bilden damit eine Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen in Landwirtschafts- und Pflanzenschutzpolitik sowie für die praktische Weiterentwicklung nachhaltiger Anbausysteme.

Für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft besonders relevant sind beispielsweise die Arbeiten des Instituts für Pflanzenbau und Bodenkunde. Dort stehen Ressourceneffizienz bei Nährstoff- und Wasserversorgung, Bodenfruchtbarkeit, standortangepasste Pflanzenproduktion und die Anpassung des Acker- und Grünlandbaus an den Klimawandel im Mittelpunkt. Die Forschung umfasst Labor-, Gewächshaus-, Feld- und On-Farm-Versuche sowie moderne Verfahren wie drohnengestützte Fernerkundung.

Das JKI wurde 2008 gegründet. Sein Hauptsitz befindet sich in Quedlinburg; weitere Standorte liegen unter anderem in Braunschweig, Berlin, Kleinmachnow, Dresden-Pillnitz, Dossenheim, Groß Lüsewitz, Münster und Siebeldingen.

Das Julius Kühn-Institut am Standort Groß Lüsewitz (Sanitz) in Mecklenburg-Vorpommern erforscht die genetischen Grundlagen und züchterische Verbesserung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Im Fokus stehen die Erschließung pflanzengenetischer Ressourcen, die Entwicklung resilienter Sorten sowie die Verbesserung von Qualitäts- und Nutzungseigenschaften.

Ein besonderer Beitrag zum Themenfeld alternative Proteinquellen liegt in der Forschung an proteinreichen Kulturpflanzen und Leguminosen. Am Standort werden unter anderem Lupinen, Ackerbohnen und Sojabohnen hinsichtlich ihrer genetischen Vielfalt, Anpassungsfähigkeit und züchterischen Nutzung untersucht. Ziel ist die Entwicklung leistungsfähiger, klimaangepasster und nachhaltiger Kulturpflanzen als Grundlage für zukünftige pflanzenbasierte Proteinwertschöpfungsketten.

Damit leistet das JKI in Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung regionaler Proteinpflanzenproduktion durch moderne Pflanzenzüchtung und die Nutzung genetischer Ressourcen.

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