
THEMEN PHYTO SCIENCE
HELIX verbindet im Themenfeld Phyto Science wissenschaftliche Expertise, regionale Pflanzenressourcen und unternehmerische Umsetzung zu neuen Wertschöpfungsketten im Bereich Gesundheit und One Health. Gemeinsam mit seinen Fachpartnern, darunter die Hochschule Neubrandenburg mit dem NIED – Institut für evidenzbasierte Diätetik sowie das Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, werden Potenziale pflanzlicher Inhaltsstoffe erforscht, bewertet und in innovative Anwendungen und Produkte überführt.
Im Fokus stehen dabei die Innovationen und zirkuläre Wirtschaft aus dem Pflanzenreich, Phytopharmazie, die Nutzung heimischer Wildfrüchte und -pflanzen sowie die Charakterisierung bioaktiver Pflanzenstoffe wie Polyphenole, deren Bedeutung für antioxidative Prozesse, Entzündungsregulation (Inflammaging) und die Wechselwirkungen mit dem menschlichen Mikrobiom zunehmend an wissenschaftlicher Relevanz gewinnen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung und Entwicklung regionaler „Superplants“ aus Mecklenburg-Vorpommern – Pflanzen mit außergewöhnlichen Inhaltsstoffprofilen und hohem Potenzial für Anwendungen in Pharmazie, Ernährung, Kosmetik und Prävention. Damit trägt HELIX mit seinen Partnern und Mitgliedern dazu bei, biologische Ressourcen nachhaltig zu nutzen, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Innovationen zu überführen und neue regionale Wertschöpfungsketten für eine gesundheitsorientierte Bioökonomie aufzubauen.
Phyto Innovationen der HELIX Partner

Das HELIX-Mitglied Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, Prof. Dr. Sebastian Günther, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie und Mitglied des HELIX-Beirats, gehört zu den führenden pharmazeutischen Innovations-Forschungseinrichtungen Deutschlands für Naturstoffforschung, Pflanzenbiotechnologie und Wirkstoffentwicklung. Zu seinen innovativen Ansätzen der PhytoScience gehören beispielsweise die Untersuchung der Rolle des Pflanzenmikrobioms (Endophyten) bei der Bildung pharmazeutisch wertvoller Inhaltsstoffe.
Beim HELIX-Mitglied Hochschule Neubrandenburg – NIED (Institut für evidenzbasierte Diätetik) steht unter anderem die erstmals evidenzbasierte Untersuchung der Funktion und Bedeutung von Pflanzenproteinen bei der älteren Bevölkerung im Vordergrund, insbesondere im Hinblick auf den Erhalt von Muskelgesundheit, körperlicher Funktion und gesundem Altern.
Das HELIX Gründungsmitglied Fortis Pharma entwickelte die innovative Smart Health Box°, mit der Phytopharmaka und Botanicals als Hybridprodukte mit evidenzbasierten Digital Health Modulen verbunden und personalisiert werden.
HELIX denkt Pflanzen im Kreislauf

Die Erforschung und Erschließung von Pflanzen für die Gesundheit eröffnet zugleich neue Perspektiven für die Bioökonomie, indem pflanzliche Ressourcen nachhaltig genutzt und regionale Wertschöpfungsketten für innovative Gesundheitsprodukte entwickelt werden können. Aber HELIX mit seinen Partnern bleibt bei der Primärnutzung der Pflanze nicht stehen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt APPLE des HELIX-Gründungsmitglieds MICROMUN: Neben der klassischen Primärnutzung von Äpfeln zur Herstellung von Fruchtsaft wird der anfallende Apfeltrester als wertvoller Rohstoff weitergenutzt. Durch die biotechnologische Kultivierung ausgewählter Pilze (Basidiomyceten) wird dieses Nebenprodukt der Mosterei ganzheitlich und ökologisch nachhaltig verwertet und in der Sekundärnutzung zu einer hochwertigen veganen Proteinquelle weiterentwickelt. Damit zeigt das Projekt beispielhaft den HELIX-Ansatz einer nachhaltigen Bioökonomie als Kreislaufwirtschaft, bei der pflanzliche Ressourcen entlang vollständiger Wertschöpfungsketten genutzt und auch Reststoffe in innovative Produkte für Ernährung, Gesundheit und One Health überführt werden.
Phytopharmazie

Die Geschichte der Pharmazie ist eng mit der Nutzung natürlicher Quellen verbunden. Über Jahrhunderte bildete die Phytopharmazie, also die Gewinnung und Nutzung pflanzlicher Wirkstoffe, eine zentrale Grundlage für die Entwicklung von Arzneimitteln. Erst mit dem Aufkommen moderner Verfahren der chemischen Synthese veränderte sich der Schwerpunkt der Wirkstoffforschung. Heute erleben Naturstoffe in der Arzneimitteltherapie jedoch eine Renaissance. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammen mindestens 25 % der modernen Arzneimittel direkt oder indirekt aus Arzneipflanzen. Darüber hinaus besitzt die Naturstoffforschung eine zentrale Bedeutung für die pharmazeutische Innovation: Rund 40 % der heute eingesetzten pharmazeutischen Produkte weisen einen Bezug zu natürlichen Quellen oder traditionellem medizinischem Wissen auf. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, insbesondere dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie unter Prof. Dr. Sebastian Günther, verbindet HELIX in Partnerprojekten Naturstoffforschung, Pflanzenbiotechnologie und Wirkstoffentwicklung mit den Potenzialen der regionalen Bioökonomie. Prof. Günther ist zudem Mitglied des HELIX-Beirats und unterstützt den Wissenstransfer zwischen Forschung und innovativen Gesundheitsanwendungen.
Wildpflanzen für Nahrungsvielfalt

Akteure des Gartenbau-Netzwerkes Mecklenburg-Vorpommern fanden sich im Kontext der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri)"! 2014 zu einer Arbeitsgemeinschaft bzw. Operationellen Gruppe “Wildfrüchte“ zusammen. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anbau innovativer Wildfruchtarten unter den Klima- und Standortbedingungen in MV voranzutreiben. Dazu gehören die drei HELIX Mitglieder Natura Altaica GmbH (ehem. Gartenbaubetrieb Sanddorn Storchennest GmbH), die Baltic Consulting GmbH sowie die Hochschule Neubrandenburg. Desweiteren sind die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) und die LMS Agrarberatung GmbH (Hauptgesellschafter: Land Mecklenburg-Vorpommern, weiterer Gesellschafter: Bauernverband MV e.V.) Mitglieder der AG. Sanddorn- und Aroniabeeren sowie Hagebutten der Hundsrose wurden sowohl im konventionell als auch nach BIO Demeter Richtlinien auf Versuchsarealen angebaut. In einem weiteren Projekt untersuchten Vertreter der AG Wildfrüchte zusätzlich Schlehen-, Scheinquitten-, Schisandra- und Gojibeeren. Auf dieser Fachbasis wird HELIX mit seinen Partnern Produkte für die gesunde Ernährung und Hauptpflege aus regionalen Wildfrüchten entwickeln.
Polyphenole

Polyphenole stellen eine große und strukturell vielfältige Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe dar, die in zahlreichen Arznei- und Geasundheits-, Nutz- und Wildpflanzen vorkommen wie Flavonoide, Phenolsäuren, Tannine und Stilbene. In der Phytotherapie tragen Polyphenole wesentlich zur pharmakologischen Wirksamkeit vieler pflanzlicher Arzneimittel und Botanicals bei. Ihnen werden antioxidative, entzündungshemmende, antimikrobielle, gefäßprotektive sowie immunmodulierende Eigenschaften zugeschrieben. Die vielfältigen Wirkmechanismen und häufig synergistischen Effekte der einzelnen Inhaltsstoffe machen Polyphenole zu einem wichtigen Forschungsgegenstand der modernen Phytotherapie. Polyphenole können auch Zusammensetzung und Aktivität des Mikrobioms beeinflussen, indem sie das Wachstum gesundheitsfördernder Bakterien begünstigen und die Vermehrung potenziell pathogener Mikroorganismen hemmen. Diese wechselseitige Interaktion gilt als ein wichtiger innovativer Mechanismus, über den Polyphenole präventiven Effekte entfalten können. Diese Zusammenhänge bilden einen Schwerpunkt bei den Produkten des HELIX-Mitglieder BonaFeel und der Fortis Pharma im HELIX EviCert Shop und auch Bestandteil der Longevity Forschung.
Superplants aus MV



Der Begriff „Superplants“ wurde in Anlehnung an den etablierten Begriff „Superfood“ gewählt, geht jedoch deutlich darüber hinaus. Während Superfoods vor allem aufgrund ihrer ernährungsphysiologischen Eigenschaften betrachtet werden, steht "Superplants" für Arznei- und Lebensmittelpflanzen sowie hochwertige Botanicals, die aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen eine besondere Bedeutung für die Bioökonomie, die Gesundheitswirtschaft und das OneHealth-Konzept besitzen. Sie verbinden die nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen mit gesundheitlichem Nutzen, ökologischen Leistungen und regionaler Wertschöpfung.
Zu den Superplants zählen wir Pflanzen, die über ihre Nutzung als Arznei-, Lebensmittel- oder Kosmetikrohstoffe hinaus auch einen maßgeblichen Beitrag zu nachhaltigen Landschaftssystemen und Umweltschutz leisten. Nutzpflanzen der Paludikultur besitzen beispielsweise durch die Wiedervernässung von Mooren ein besonderes Potenzial zur Kohlenstoffspeicherung und können damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Kulturen wie Blaue Lupine oder Hanf verbessern der Bodenstruktur und fördern nachhaltige Fruchtfolgen. Wildfrüchte wiederum begünstigen die Biodiversität und bieten gleichzeitig wertvolle Inhaltsstoffe für Ernährung, Prävention und Gesundheitsanwendungen. Pflanzen, die zur Proteingewinnung genutzt werden, tragen durch Substitution von tierischem Eiweiß in der menschlichen Ernährung oder als Tierfuttermittel zur Reduktion des CO2 Ausstoßes bei.
Damit stehen Superplants aus Mecklenburg-Vorpommern exemplarisch für einen neuen Ansatz der nachhaltigen Bioökonomie und One Health: Pflanzen werden nicht nur als Rohstoffquelle betrachtet, sondern als multifunktionale biologische Systeme, die Gesundheit, Umwelt und regionale Entwicklung miteinander verbinden. Sie bilden eine Grundlage für innovative Produkte und Geschäftsmodelle an der Schnittstelle von Pharmazie, Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheitswirtschaft.
Die Auswahl der Superplants aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgte im Rahmen der Vorbereitungen des Runden Tisches „Potenziale des Heilpflanzenanbaus im nordöstlichen MV“ am 1. Februar 2022 unter Federführung des Institutes für Pharmazie der Universität Greifswald sowie auf Grundlage der Arbeiten der AG Wildpflanzen, an der unter anderem die Hochschule Neubrandenburg und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) beteiligt waren, sowie den Arbeiten des Greifswalder Moorzentrums.
DROSERA - SONNENTAU
Der Sonnentau (Drosera spp.) ist eine weltweit verbreitete Gattung fleischfressender Pflanzen aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae), die bevorzugt in nährstoffarmen Moor- und Feuchtgebieten vorkommt. Durch ihre besondere Anpassung an extreme Standortbedingungen ergänzt sie die geringe Nährstoffverfügbarkeit ihrer Lebensräume durch den Fang und die enzymatische Verdauung kleiner Insekten. Medizinisch von besonderem Interesse sind die in den oberirdischen Pflanzenteilen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, insbesondere Naphthochinone wie Plumbagin, Flavonoide, Phenolsäuren und Gerbstoffe, die mit antimikrobiellen, antioxidativen und entzündungsmodulierenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden. Traditionell wird Sonnentau vor allem in pflanzlichen Arzneimitteln zur Unterstützung der Atemwege, insbesondere bei Reizhusten und entzündlichen Erkrankungen der Bronchien, eingesetzt. Neben seinem pharmazeutischen Potenzial besitzt Drosera eine besondere Bedeutung als charakteristische Moorpflanze im Kontext von Biodiversitätsschutz, Renaturierung und nachhaltiger Nutzung von Moorökosystemen im Rahmen der Paludikultur.

RUBUS - MOLTEBEERE
Die Moltebeere (Rubus chamaemorus L.) ist eine arktisch-subarktische Beerenpflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die in nährstoffarmen Moor- und Feuchtgebieten vorkommt. Aufgrund ihrer besonderen Anpassung an extreme Standortbedingungen besitzt sie ein charakteristisches Spektrum an hohem Gehalt an Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenole wie Ellagitannine, Flavonoide und Phenolsäuren, die mit antioxidativen und entzündungsmodulierenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden. Neben ihrem ernährungsphysiologischen Potenzial besitzt die Moltebeere auch eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit nachhaltiger Landnutzung im Rahmen der Paludikultur. Durch die genetische Charakterisierung ausgewählter europäischer Sippen hinsichtlich medizinisch wirksamer Inhaltsstoffe und Produktivität wurde im Rahmen des Projektes SoMoMed die Grundlage für die züchterische Auslese geschaffen, um Sorten mit hohem Wirkstoffgehalt und hoher Produktivität für weitere Anbau-Tests auszulesen.

CAMELINA - LEINDOTTER
Der Leindotter (Camelina sativa L.) ist eine traditionsreiche Kulturpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae), die aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit und Anpassungsfähigkeit auch auf nährstoffärmeren Standorten kultiviert werden kann. Die ursprünglich aus Eurasien stammende Ölpflanze besitzt ein charakteristisches Inhaltsstoffspektrum mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere α-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure), sowie Tocopherolen, Phytosterolen und sekundären Pflanzenstoffen, die mit antioxidativen und entzündungsmodulierenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden. Das aus den Samen gewonnene Leindotteröl besitzt dadurch ein ernährungsphysiologisches Potenzial und findet zunehmend Anwendung in der Entwicklung funktioneller Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetischer Produkte. Neben seiner gesundheitlichen Bedeutung bietet Leindotter aufgrund seiner geringen Ansprüche, seiner kurzen Vegetationsperiode und seiner positiven Eigenschaften für Fruchtfolgen besondere Potenziale für eine nachhaltige Bioökonomie. Im Rahmen des Projektes Flaxinuum wird die Gewinnung von Food Proteinen aus dem Leindotter Presskuchen der Ölherstellung untersucht.

LUPINUS - BLAUE UND ROTE LUPINE
Die Blaue Lupine (Lupinus angustifolius L.) ist eine heimische Hülsenfrucht, die sich durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit an nährstoffarme Böden und ihre besondere Bedeutung für eine nachhaltige Landwirtschaft auszeichnet. Aufgrund ihrer Fähigkeit zur biologischen Stickstofffixierung durch Symbiose mit Knöllchenbakterien trägt sie zur Bodenverbesserung bei. Die Samen der Blauen Lupine besitzen einen hohen Gehalt an pflanzlichem Protein, Ballaststoffen sowie bioaktiven sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen, Flavonoiden und Alkaloiden. Forschende des Fraunhofer IVV haben Verfahren entwickelt, um hochwertige Proteine aus Lupinensamen zu isolieren und für innovative Lebensmittelanwendungen nutzbar zu machen. Die funktionellen Proteinisolate sind eine nachhaltige Alternative zu tierischen Proteinen oder importiertem Soja. WOA ist ein australisches, börsennotiertes Unternehmen mit Schwerpunkt auf regenerativer Landwirtschaft und pflanzenbasierten Proteinen und hat Wide Open Agriculture Germany GmbH für die Lupinenprotein-Technologien von Prolupin gegründet.

BRASSICA - RAPS
Der Raps (Brassica napus L.) ist eine der bedeutendsten Kulturpflanzen Mecklenburg-Vorpommerns. Eine Studie der Getreide AG an der Hochschule Neubrandenburg "Wirtschaftsfaktor, Energie- und Sympathieträger: Zukunftsperspektiven der Wertschöpfungskette Raps in Mecklenburg-Vorpommern“ widmet sich der historisch engen Verbindung der Ölsaat mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Als Ölpflanze wird aus Rapssamen hochwertiges Pflanzenöl gepresst, mit ausgewogenem Fettsäureprofil und einem hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure), sowie natürlichem Gehalts an Vitamin E. Der dabei entstehende Rapskuchen bzw. Raps-Trester rückt als wertvoller Rohstoff für neue biobasierte Anwendungen in den Fokus. Er enthält neben wertvollen Proteinen auch Ballaststoffe, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und bioaktive Peptide und wird traditionell vor allem als eiweißreiches Futtermittel genutzt. Im Projekt „RapStofu – Raps als Stoffquelle für innovative Produkte“ der Hochschule Neubrandenburg wurde ein Verfahren entwickelt, um die Rapsproteine aus dem Presskuchen zu extrahieren und zu strukturieren.

TARAXACUM - LÖWENZAHN
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale L.) ist eine weit verbreitete heimische Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die traditionell als Heilpflanze genutzt wird und aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe zunehmend auch für bioökonomische Anwendungen an Bedeutung gewinnt. Die Pflanze enthält unter anderem Bitterstoffe, Flavonoide, Phenolsäuren sowie den löslichen Ballaststoff Inulin, der ernährungsphysiologische als Probiotikum für die Mikrobiomgesundheit von Interesse ist. Das Fraunhofe IME beschäftigt sich mit der Nutzung von Pflanzen als nachhaltige Rohstoffquelle sowohl für Naturkautschuk als auch Inulin. In Anklam wurde diese Technologie durch die Zusammenarbeit von Continental und regionalen Partnern im Rahmen des Projektes Taraxagum® nachhaltige Alternative zu tropischem Kautschuk vorangetrieben. Ziel ist es, Naturkautschuk aus Löwenzahnwurzeln regional zu erzeugen und damit neue, resiliente Wertschöpfungsketten für die Reifen- und Materialindustrie aufzubauen. Der Löwenzahn steht damit exemplarisch für den Ansatz der Bioökonomie, pflanzliche Ressourcen nicht nur als Nahrungs- oder Heilmittel wie Tee aus den Blättern, sondern auch als Ausgangsstoffe für innovative Biomaterialien zu nutzen.

MALUS- APEL
Der Apfel (Malus domestica Borkh.) gehört zu den bedeutendsten Kulturpflanzen Europas. Das bekannte Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“ verweist bereits auf die seine gesundheitsfördernden Eigenschaften, die u.a. anderem auf seinem vielfältigen Spektrum an bioaktiven Inhaltsstoffen wie Polyphenolen, Flavonoiden und organischen Säuren beruhen. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Pektinen, löslichen Ballaststoffen, die eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit spielen, indem sie die Darmmikrobiota unterstützen und die Darmbarriere stärken. Neben seiner Bedeutung als gesundes Lebensmittel -wie den getrockneten Apfelchips von BioSanica- besitzt der Apfel ein besonderes Potenzial für nachhaltige Bioökonomie und One Health. Insbesondere Streuobstwiesen stellen wertvolle Kulturlandschaften dar, die neben der Produktion hochwertiger Äpfel einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Biodiversität leisten. Alte Obstsorten, extensive Bewirtschaftungsformen und artenreiche Wiesen fördern die biologische Vielfalt, speichern Kohlenstoff in Bäumen und Böden und schaffen Lebensräume für zahlreiche Insekten- und Vogelart. Diese Potenzial durch Initiativen wie den Streuobstwiesen-Genussschein des Kompetenzzentrums Ökowertpapiere Z-eco aufgegriffen

